Video mit Zeitstempel aufnehmen: Datum, Uhrzeit und GPS
Tobias Huppertz · Veröffentlicht
Ein Foto hält einen Zustand fest, ein Video einen Vorgang: die Übergabe eines Fahrzeugs, den Rundgang durch eine Wohnung, den Ablauf einer Montage. Wenn du ein Video mit Zeitstempel aufnehmen willst, stehst du vor demselben Problem wie beim Foto: Aufnahmezeit und Ort stehen allenfalls in den Metadaten der Datei, sichtbar ist im Bild nichts. Ab Version 2.3.0 nimmt Foto Notes auf iPhone und iPad Videos mit demselben eingebrannten Stempel auf, den die App bisher in Fotos schreibt. Für Android folgt die Videoaufnahme später.
Der Stempel läuft mit der Aufnahme
Foto Notes rechnet den Stempel während der Aufnahme in jedes einzelne Bild, statt ihn am Ende über das fertige Video zu legen. Die Uhr im Stempel tickt dabei sekündlich weiter: Hältst du die Aufnahme später an, siehst du zu jedem Standbild die zugehörige Uhrzeit. Bewegst du dich, folgen die Adresse, die Kompassrichtung und der Punkt auf dem Kartenausschnitt der neuen Position. Für die Auflösung der Adresse braucht die App allerdings eine Internetverbindung, GPS-Koordinaten und Höhe funktionieren offline.
Zusammensetzung und Gestaltung entsprechen dem Foto-Stempel: dieselben Elemente, dieselben Einstellungen, dieselbe Live-Vorschau im Sucher. Was du dort siehst, steht anschließend im Video. Eine Ausnahme gibt es bei der Platzierung: Im Video liegt der Stempel immer auf dem Bild. Die Varianten über und unter dem Foto gibt es nur für Fotos, weil ein zusätzlicher Streifen das Bildformat des Videos verändern würde. Welche Elemente du einzeln zu- und abschalten kannst, beschreibt der Guide Fotos mit Datum und Uhrzeit versehen.
Warum eingebrannt und nicht in den Metadaten
Videos werden selten im Original weitergegeben. Beim Versand über Messenger, beim Upload in ein Portal oder beim Umwandeln in ein anderes Format wird die Datei neu kodiert, und die Metadaten überleben diesen Weg in der Regel nicht. Ein Zeitstempel, der in den Pixeln steht, bleibt dagegen erhalten: in der komprimierten Kopie, im Standbild daraus und im Ausdruck. Den Unterschied zwischen beiden Ansätzen behandelt der Artikel Zeitstempel im Foto: eingebrannt oder in den EXIF-Daten.
Der Ablauf
Unter dem Auslöser steht ein Umschalter mit drei Positionen: Video, Foto und Check-in. Im Video-Modus wird aus dem Auslöser der bekannte rote Aufnahmeknopf, die Laufzeit erscheint über der Vorschau, und der Bildschirm schaltet sich während der Aufnahme nicht ab.
Die Ausrichtung legt die App beim Start fest, je nachdem, ob du das Gerät hoch oder quer hältst. Drehst du es mitten in der Aufnahme, ändert das nichts daran; ein Video kann nur eine Ausrichtung haben. Aufgenommen wird in Full HD, wahlweise als HEVC oder H.264, passend zu deiner Formateinstellung für Fotos.
Ton zeichnet die App auf, sobald du den Zugriff auf das Mikrofon freigegeben hast. Sie fragt einmalig danach; ohne Freigabe entsteht ein stummes Video statt gar keines. Die fertige Aufnahme landet wie ein Foto in der Mediathek deines Geräts, mit der Position der Aufnahme in den Metadaten.
Was passiert, wenn etwas dazwischenkommt
Eine Videoaufnahme läuft über Minuten, und in dieser Zeit kann einiges passieren. Bricht sie unkontrolliert ab, ist der gesamte Vorgang verloren und nicht bloß ein Einzelbild.
- Vor dem Start prüft die App, ob genügend freier Speicher vorhanden ist und ob sie in die Mediathek schreiben darf.
- Ein Anruf oder ein Wechsel in den Hintergrund beendet die Aufnahme sauber. Was bis dahin aufgenommen wurde, schließt die App ab und speichert es.
- Wird der Speicher während der Aufnahme knapp, stoppt die App von sich aus, sichert das Material und nennt dir den Grund.
- Wird das Gerät zu warm, verfährt sie genauso. Bei mäßiger Erwärmung streckt sie zunächst nur die Aktualisierung des Stempels, damit die Aufnahme weiterlaufen kann.
- Bei einem harten Abbruch (leerer Akku, Absturz des Systems) bleibt die Aufnahme abspielbar, weil die App die Datei laufend zwischensichert. Beim nächsten Start übernimmt sie sie in die Mediathek und weist dich darauf hin.
Grenzen
Die Videoaufnahme gehört zu Pro, wahlweise als Abo oder als Einmalkauf, ohne Abo-Zwang. Die drei Fotos mit vollem Pro-Umfang nach der Installation gelten nicht für Video; solange Pro fehlt, markiert eine Krone den Video-Modus im Umschalter. Das Fotografieren mit Stempel bleibt davon unberührt.
Nachträglich stempeln lassen sich weiterhin nur Fotos, keine bestehenden Videos: Foto Notes brennt den Stempel während der Aufnahme ein und verarbeitet keine fertigen Videodateien. Und der Stempel lässt sich später nicht mehr entfernen oder ändern. Ein Zeitstempel, den man nachträglich ändern kann, würde nichts belegen.
Häufige Fragen
Ab welcher Version und auf welchen Geräten gibt es die Videoaufnahme?
Ab Foto Notes 2.3.0 für iPhone und iPad. Die Android-Version bekommt die Videoaufnahme später; dort nimmt die App bisher nur Fotos auf.
Bleibt der Zeitstempel erhalten, wenn ich das Video verschicke?
Ja. Der Stempel ist Teil des Bildes und übersteht deshalb die Kompression beim Versand über Messenger, das Umwandeln in ein anderes Format und das Herausziehen einzelner Standbilder. Metadaten gehen auf diesen Wegen häufig verloren, der sichtbare Stempel nicht.
Nimmt die App auch Ton auf?
Ja, sofern du den Zugriff auf das Mikrofon freigegeben hast. Verweigerst du die Freigabe, nimmt die App stumm auf, statt die Aufnahme zu verweigern.
Lassen sich vorhandene Videos nachträglich stempeln?
Nein. Das nachträgliche Stempeln aus den EXIF-Daten ist Fotos vorbehalten, wie im Artikel Fotos nachträglich Datum hinzufügen beschrieben. Für Videos entsteht der Stempel ausschließlich während der Aufnahme.
Wie lang darf eine Aufnahme sein?
Die App setzt keine feste Obergrenze. Begrenzend wirkt der freie Speicherplatz, und weil die App ihn während der Aufnahme im Blick behält, endet eine lange Aufnahme mit einer gesicherten Datei statt mit einem Fehler.
Wird das Video in der Cloud verarbeitet?
Nein. Die Aufnahme und das Einbrennen des Stempels finden vollständig auf dem Gerät statt. Foto Notes hat kein Backend, in das Aufnahmen hochgeladen würden.
Wer den Ablauf selbst prüfen möchte, installiert Foto Notes und nimmt eine kurze Sequenz auf: Ein Standbild daraus trägt Datum, Uhrzeit und Ort sichtbar im Bild.